Vom Kartoffelanbau über die Stärkefolie bis zum Verrotten

IMG_5017-002Wenn ihr ein typisch deutsches Essen nennen sollt, so ist bestimmt die Kartoffel in irgendeiner Form dabei. Dabei wird die leckere Knolle noch gar nicht so lange hier in Deutschland angebaut. Sie stammt ursprünglich aus den Anden in Süd-Amerika, wo sie von den dortigen alten Hochkulturen genutzt wurde. Diese kannten dabei nicht nur eine, sondern mehrere tausend Sorten – gelbe, rote und lila Sorten, kleine und große, runde und längliche. Erst im 16. Jahrhundert kam sie schließlich mit den Entdeckern des neuen Kontinents auch nach Europa. Dort aß man sie nicht, sondern fand sie vorerst nur schön – und baute sie in Gärten als Zierpflanze an. Erst im 18. Jahrhundert breitete sich auch das Wissen in Europa aus, dass die Knolle auch essbar, gesund und nahrhaft ist.

Projekt von Dr. Thea Lautenschläger und Andreas Grajek: „Vom Kartoffelanbau über die Stärkefolie bis zum Verrotten“ – ein ganzheitliches Herangehen an eine Wertstoffkette aus nachwachsenden Rohstoffen. Ein Langzeitprojekt für die Klassenstufe 3 und 4.

Biologin Dr. Thea Lautenschläger, die das Projekt wissenschaftlich betreut, über die Bedeutung des Lernens von Schülern an einem naturwissenschafltichen Projekt mit Einflüssen universitärer Ansprüche:

Unsere Kinder sind die Wissenschaftler und Träger unserer Gesellschaft von morgen. Ihre Fragen öffnen die Augen für Details, die Erwachsene oft übersehen oder Dinge, die sie als selbstverständlich hinnehmen.
Wache Beobachtung, genaues Dokumentieren und das Folgern von Schlüssen lassen sich an einfachen Vorgängen in der Natur trainieren. Stück für Stück kann dabei die Ebene des wissenschaftlichen Denkens erhöht werden. An erster Stelle ist es jedoch wichtig, Begeisterung zu wecken – erst durch SEHEN wird das BEGREIFEN möglich.
Die Kartoffel begleitet die Europäer bereits seit 500 Jahren. Sie ist schon fast ein Kulturgut, um das sich viele Geschichten ranken. Ihre Vielfältigkeit in Form und Farben sowie die zahlreichen  Nutzungen als Püree, Chips oder gar Bio-Folie machen sie zu einem geeigneten Objekt für eine ganzheitliche Betrachtung einer Nutzpflanze.
Ein Blick auf die vermeintlich alltäglichen Dinge wie Nahrungsmittel kann auch für Forscher interessant sein. Scheinbar Selbstverständliches, aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, kann plötzlich neue Aspekte zutage befördern. Neue  „Entdeckungen“ werden nur durch Hinterfragen des Bekannten möglich.

Vorüberlegungen: Auswahl der Kartoffelsorten für Langzeitbeobachtung, Anbau, Verkostung und Stärkegewinnung

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Mai: Die Kartoffeln sind eingepflanzt

Alle Schüler der 3. Klasse beteiligen sich am Vorbereiten des Beetes, am Einpflanzen der Kartoffeln und Beschriften der einzelnen Furchen. Daneben entsteht noch ein Rankgerüst für die Kletterbohnen. Biologin Dr. Thea Lautenschläger gibt fachkundige Hinweise und vertiefende Informationen.

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Miteinander Lernen, Projekte

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