Beitragsreihe: Gedichte im Unterricht der Grundschule
In unserer Beitragsreihe zeigen wir, wie sich Gedichte in den Bereichen Texterschließung, Textproduktion und Textpräsentation einsetzen lassen. Kurze Formen wie Elfchen, Stufengedicht und das eigens entwickelte Sonettchen laden zum spielerischen Umgang mit Sprache ein.
Gedichte sind eine Fundgrube für kreatives, integratives und kompetenzorientiertes Lernen im Deutschunterricht. Durch ihre überschaubare Textlänge, Reime und Rhythmen ermöglichen sie Kindern einen freudvollen Zugang zur Poesie und regen die Fantasie an.
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Prozess des Überarbeitens (z.B. in einer Schreibkonferenz), bei dem Lernende ihre Texte hinsichtlich Wortwahl, Klang und Rhythmus reflektieren und verbessern. Dabei merken die Kinder schnell: Gedichte sind mehr als untereinander angeordnete Sätze.
Wir beleuchten neben fachübergreifenden Aspekten die transparente Leistungsbewertung durch Komplexe Leistungen mit mündlichen, schriftlichen und praktischen Anteilen.
Ziel ist die Entwicklung eines Sprachbewusstseins, bei dem Schülerinnen und Schüler Sprache als lebendig und gestaltbar erleben.
Beiträge der Reihe im Überblick
Basisbeitrag
Gedichte im integrativen Deutschunterricht
Der Beitrag zeigt, wie Gedichte als Ausgangspunkt für die Entwicklung aller Kompetenzbereiche dienen: vom Lesen und Schreiben bis zur Rechtschreib- und Sprachbetrachtung. Außerdem wird gezeigt, wie natürliche Differenzierung gelingen kann.
Anfangsunterricht (Klasse 1/2)
Schreiben im Anfangsunterricht: Frühlingselfchen
Der Beitrag stellt dar, wie sich phonologische Bewusstheit, Schriftspracherwerb und erste Wortschatzarbeit am Thema „Frühling“ verknüpfen lassen.
Stufengedichte schreiben – Wörter werden zu Sätzen
Vom Wort zum Satz: Stufengedichte dienen im Anfangsunterricht als einfache Gedichtform, um eine Vorstellung vom Begriff „Satz“ (mit der Großschreibung am Anfang, der Zeichensetzung am Ende und dem Bewusstsein für Wortgrenzen) aufzubauen und gleichzeitig erste kreative Schreiberfahrungen zu ermöglichen.
Kreative Zugänge
Vom Wort zum Bild: Eine Gedichtpartitur gestalten
Durch das Gestalten einer Partitur übersetzen Kinder Poesie in konkrete Bilder. Diese Visualisierung eröffnet einen anschaulichen Zugang zum Inhalt (→ Lerntechnik), Sprachrhythmus und dem Gedichtvortrag. Außerdem eignet sie sich für fachübergreifendes und fächerverbindendes Arbeiten.
Ausgehend von Wortsammlungen und bekannten Bauplänen entstehen eigene Gedichte. Die Schülerinnen und Schüler erleben dabei bewusst Wortwahl, Reimfindung und Überarbeitungsprozesse und gewinnen einen Zugang zu lyrischer Sprache.
Gedichtwerkstatt: Wir schreiben ein Sonettchen
Das Sonettchen führt als kindgerechte bauplanorientierte Form an die Mehrdeutigkeit von Lyrik heran. Schritt für Schritt verfassen die Kinder eigene Texte, erproben sprachliche Mittel (Metaphern, Reime) und bauen literarische Kompetenzen im Sinne der Bildungsstandards auf.
Kompetenzen entwickeln und bewerten (Klasse 3/4)
Komplexe Leistung „Gedicht“: Kompetenzen entwickeln und bewerten
Am Beispiel von Jahreszeitengedichten wird deutlich, wie sich Sprachbewusstheit, Textverständnis, Gedichtvortrag und kreatives Schreiben verbinden lassen.
Gedichte erschließen, schreiben und präsentieren
Schwerpunkte dieser Unterrichtsidee sind Texterschließung, Schreibprozess und das Überarbeiten von Texten sowie der ausdrucksstarke Vortrag als Möglichkeiten der transparenten Leistungsbewertung im integrativen Deutschunterricht.
Sprache fühlen – Gedichte verfassen
Über das Lesen und Besprechen von Reimgedichten erweitern Kinder systematisch ihr Formwissen und ihren Wortschatz. Der Fokus liegt auf dem bewussten Umgang mit Sprache und der Möglichkeit, dies in einer Komplexen Leistung zu bündeln.
Letzte Aktualisierung: 30. November 2025








