Schulimpulse
Kaleidozyklus

„Geometrie zum Umstülpen“: Mit dem Kaleidozyklus das räumliche Vorstellungsvermögen entwickeln


Komplexe Leistung "Gedicht": Kompetenzen entwickeln und bewerten
Vom Wort zum Bild: Eine Gedichtpartitur gestalten
Gedichte im integrativen Deutschunterricht
Ungelöste Probleme der Mathematik als Übungsformate: Das Collatz-Problem (3n+1)
Zehn Jahre Schulimpulse: Ein Beitrag führte zum nächsten. 100 Beiträge später.
Denkmale vor unserer Haustür: Geschichte(n) erleben mit der Forscherkartei für ein Denkmalprojekt
Entdecken und Experimentieren: Die Kaprekar-Konstante als Übungsformat im Mathematikunterricht
Gedichtwerkstatt: Wir schreiben ein Sonettchen

Der Kaleidozyklus ist eine motivierende und verblüffende mathematische Knobelei, die das räumliche Denken in einem komplexen und doch einfach zu realisierenden Falt- und Steckarrangement herausfordert. Der umstülpbare modular aufgebaute Körper bietet reichhaltige geometrische Lernanlässe.

Der mathematische Gehalt des Faltens im Mathematikunterricht verbindet die Entwicklung inhaltsbezogener mathematischer Kompetenzen (v.a. in der Leitidee „Raum und Form“ sowie „Muster und Strukturen“) mit der Entwicklung prozessbezogenen Kompetenzen, indem die Kinder mit mathematischen Fachbegriffen kommunizieren und dabei Fachbegriffe anwenden und sichern.

siehe auch:Goldbachsche Vermutung, → Collatz-Problem, → Kaprekar-Konstante, → Skizzen und Tabellen, →Geometrie mit Schneeflocken

Kaleidozyklus: Faltanleitung und methodische Reihe herstellen
Kaleidozyklus: Faltanleitung und methodische Reihe herstellen

In der 4. Klasse bemerkten die Kinder H. und S. bei einer Internetrecherche, dass eine übersichtliche Darstellung des Faltprozesses nicht zu finden war und entwarfen kurzerhand selbst eine methodische Reihe des Faltvorgangs. Diese stellten sie den Schülerinnen und Schülern ihrer Klasse sowie ihrer Schule zur Verfügung, woraufhin ein regelrechtes Kaleidozyklen-Fieber zu einer Vielzahl an großen, kleinen und Miniaturkaleidozyklen führte.

Kaleidozyklen-„Fieber“ in einer 4. Klasse


Anleitung zum Falten eines Kaleidozyklus: Faltanleitung und methodische Reihe – Vorlage hergestellt und verfasst von Kindern der vierten Klasse

„Ist das Werken oder darf man das in Mathe machen?“

In Lehrerzimmern und Kollegien wird nicht selten diskutiert, ob das Falten im Mathematikunterricht eine fachliche Berechtigung hat oder im Werkenunterricht besser platziert ist.

Faltaktivitäten lassen sich fachlich begründet im Mathematikunterricht verorten: Sie verbinden Inhalte der Leitideen „Raum und Form“ sowie „Muster, Strukturen und funktionaler Zusammenhang“ mit prozessbezogenen Kompetenzen (u. a. Probleme lösen, Darstellen, Kommunizieren, Argumentieren sowie Arbeiten mit mathematischen Objekten und Werkzeugen).*

Beim Falten ergeben sich vor diesem Hintergrund vielfältige mathematische Lerngelegenheiten und fachliche Anknüpfungspunkte, z.B.

  • Lagebeziehungen
  • Orientierung im Raum
  • Lineare und ebene Figuren
  • Zusammengesetzte Figuren; Muster und Ornamente
  • Spiegelungen
  • Achsensymmetrie / achsensymmetrische Darstellungen
  • Körper und ihre Eigenschaften
  • Problemlösen: probieren und systematisches Probieren
  • Fachsprache: Fachbegriffe verwenden und sichern

* Kultusministerkonferenz (KMK) (2022): Bildungsstandards im Fach Mathematik für den Primarbereich (Jahrgangsstufe 4). Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 23.06.2022 (redaktionelle Korrektur vom 14.12.2022).

siehe auch:Zahlenrätsel, → Zahlenplakate: Zahlen darstellen, Zahlvorstellungen aufbauen, → Sprachsensibler Unterricht mit Dingsda-Box und Teekesselchen

Am Beispiel des sächsischen Lehrplans für das Fach Mathematik an Grundschulen zeigen sich vielfältige fachliche Bezüge, die sich mit Faltaktivitäten im Mathematikunterricht realisieren lassen:

Bezuege-zum-Falten-im-Lehrplan-Mathematik-Grundschulen-Sachsen


Andreas Grajek, Mitwirkung: Judith Köhler

Letzte Aktualisierung: 18. Januar 2026