Schulimpulse

Zählen, Sortieren und Ordnen im Anfangsunterricht


Vom Sehen zum Verstehen: Das Schätzen ab Klassenstufe 1 entwickeln
Interview mit Marion Gutzmann
Das Zahlenbüchlein: Geschichten und Merksprüche zu den Ziffern 0 bis 9
Du bist, wo du sitzt – Eine Frage der Sitzordnung
Zeitreisen: Zeitformen im integrativen Deutschunterricht
Individuelles Schreiben – kreative Schreibprozesse anregen und fördern
Wortschatzarbeit – Schleichdiktate im integrativen Deutschunterricht
Fibonacci-Zahlenfolgen als Übungsformat

Mit unstrukturierten Mengen aus Muggelsteinen, Holzperlen, Wendeplättchen usw. lassen sich verschiedene Aktivitäten realisieren, die Aufschluss über den aktuellen Entwicklungsstand von Schülerinnen und Schülern geben.

Im „Handbuch für den Mathematikunterricht im 1. Schuljahr“ (Radatz, Schipper, Ebeling, Dröge) werden folgende Bereiche zum Bestimmen des Entwicklungsstandes von Schulanfängern beschrieben:

Voraussetzung: Sortieren und Ordnen

Das Erfassen des aktuellen Entwicklungsstands rund um Ziffern, Zahlen und Zählverhalten schließt sich an das Sortieren und Ordnen von unstrukturierten Mengen an.

Ordnen und Sortieren unstrukturierter Mengen

Dabei erhalten die Schülerinnen und Schüler (große) Mengen an Material (Knöpfe, Steckwürfel, Wendeplättchen, Muggelsteine, …) verbunden mit dem Auftrag: „Sortiert.“ Die Kinder werden zur Kategoriebildung herausgefordert und werden sich über Ordnungskriterien bewusst (z.B. Größe, Farbe, Form, Material, Beschaffenheit, Struktur uvm.). Die Lehrperson erhält mit derartigen pädagogisch-diagnostischen Aufgaben, welche gezielte Beobachtungen möglich machen, Aufschluss über die Denkprozesse der Kinder sowie deren gegenwärtigen Entwicklungsstand. Die Anschlussaufgabe „Erkläre, wie du sortiert hast“ kann zudem den Stand der sprachlichen Entwicklung aufzeigen.

siehe auch

Interkulturelle Bildung und Erziehung
Sprachsensibler Unterricht mit Dingsda-Box und Teekesselchen
Werteorientierung in der Grundschule
Gezieltes Zuhören und bewusstes Sprechen als Schlüssel für einen mündigen Sprachgebrauch
Mediennutzung im (Sach-)Unterricht der Grundschule
Interviews zur Inklusion: ein Thema - drei Ansichten

Zählen und Zuordnen von Zahlen

Vorgehen

  • Das Kind wählt sich einen oder mehrere der vorbereiteten Materialbehälter aus.
  • Nun wird gezählt (einzeln oder kooperativ)
  • Das Ergebnis des Zählens kann auf einem Notizzettel festgehalten werden.

Ergebnis

  • Je nach individuellem Entwicklungsstand wird deutlich, bis zu welcher Zielzahl das Kind zählen kann.
  • Kann es bereits Ziffern schreiben, wird auch sichtbar, ob und wie es die gezählte Zahl auch notiert und der gezählten Menge zuordnet.

Pädagogische Diagnostik: Beobachtungsmöglichkeiten rund um Zählverhalten, Zahlauffassung, Schreiben und Lesen von Ziffern

  • Bis zu welcher Zahl kann das Kind zählen. Lässt es Zahlen aus? Berührt es die zu zählenden Elemente?
  • Welche Ziffern kann das Kind lesen / schreiben?
  • Welche Zahlen kann das Kind notieren. Kann es die Zahlen lesen?
  • Kann es Zahlen und Mengen einander zuordnen?
  • Bis zu welcher Menge werden Elemente simultan erfasst?
  • Verwendet das Kind bereits Relations-Begriffe wie „mehr“, „weniger“ oder „gleich viel“?

Mit Hilfe selbst hergestellten „Fühlstäben“ aus Eisstielen, Akrylfarbtupfern oder Bastelutensilien lässt sich zu Beginn der Zählaktivitäten im mathematischen Anfangsunterricht feststellen, ob die Kinder Anzahlen simultan erfassen oder durch das Berühren der einzelnen Elemente zählen. Dieses kann zu einer anspruchsvollen Herausforderung werden, wenn ein Tuch den Blick auf das Stäbchen verdeckt. Daran kann sich das Sortieren der Stäbchen nach der Anzahl der darauf befindlichen Elemente anschließen, um die pädagogische Diagnostik auf den Anzahl- und Mengenvergleich auszuweiten.

Fotos: Judith Köhler

Letzte Aktualisierung: 7. Januar 2024