Schulimpulse

Schreiben mit der Anlauttabelle: Ein „Das bin ich“-Leporello

Einordnung

Vorbereitung

  • Ein A3-Papier (Zeichenkarton) wird durch die Lehrkraft längs halbiert, daraus falten die Kinder das Leporello.
Ein längs halbiertes A3-Blatt wird in der Mitte gefaltet und wieder aufgeklappt. Nun werden die äußeren Seiten zur Mitte gefaltet und ebenfalls wieder aufgeklappt. Aus einem A3-Blatt erhält man 2 Leporellos mit jeweils 8 Seiten.

Vorgehen

  • Auf die Vorderseite („Deckblatt“) des Leporellos schreiben die Kinder „Das bin ich“ und zeichnen sich selbst oder kleben ein mitgebrachtes Foto von sich auf.
  • Auf den folgenden Seiten schreiben die Kinder über sich und gestalten die Seiten passend. Sie wählen dabei individuell aus:
    • Das mag ich:
    • Das mag ich nicht:
    • Diese Wörter kenne ich schon:
    • Ich esse gerne:
    • Das möchte ich werden:
    • Meine Familie:
    • Meine Freunde:
  • Die Kinder können je nach Lernstand bekannte Wörter reproduzieren (z.B. Namen abschreiben), einzelne Wörter notieren, Sätze verschriften oder bereits erste kleine Texte verfassen.
  • Das Schreiben erfolgt mit oder ohne Anlauttabelle.
  • Hilfreich ist es, wenn die Kinder den Auftrag erhalten, zu jedem Wort ein Bild zu malen. Das erleichtert der Lehrperson das Erkennen der Schreibabsicht.
  • Rückmeldung durch die Lehrkraft („Ich kann lesen, was du geschrieben hast“) motiviert die Kinder zu weiteren Schreibaktivitäten. Sie erleben das eigene Schreiben somit als bedeutsam.

Präsentation

  • Vorstellen der Leporellos im Sitzkreis („Wer möchte sein Leporello der Klasse vorstellen?“)
  • Möglichkeit für Rückfragen und Tipps
  • Anregungen für gegenseitiges Lob geben
  • Bei der Präsentation sollte die Lehrkraft vor allem auf Gelungenes fokussieren und stärkenorientierte Rückmeldungen geben.
„Das bin ich“-Leporellos einer 1. Klasse.

Lerngelegenheiten

  • Die Schülerinnen und Schüler verschriften unbekannte Wörter selbstständig mit/ohne Anlauttabelle.
  • Die Schülerinnen und Schüler wenden zentrale Arbeitstechniken an:
    • sie schreiben Wörter ab (→ „Das mag ich“, → „Das mag ich nicht“)
    • sie schreiben Wörter auf, die persönlich bedeutsam sind (→ individueller Wortschatz)
    • sie schreiben geübte Wörter auf (→ Klassenwortschatz)
  • Die Schülerinnen und Schüler denken über Schreibweisen nach und kommen miteinander sowie mit der Lehrkraft ins Gespräch (→ „Wie schreibt man eigentlich …?“, „Ist das so richtig…?“, „Wie schreiben die Erwachsenen …?“)

Hinweise

  • Indem die Lehrkraft den Kindern ihre selbst verschrifteten Wörter vorliest, erleben diese ihr eigenes Schreiben als bedeutsam. Eine wertschätzende Rückmeldung motiviert die Kinder und gibt ihnen Selbstbewusstsein. Die Erkenntnis der Kinder, dass jemand anderes die selbst verfassten Wörter lesen kann, ist von großer Bedeutung für die weitere individuelle Schreibentwicklung.  
  • Viele Kinder befinden sich noch in der Phase des phonologischen Schreibens, d.h. sie verschriften die gehörten Laute. Das phonologische Schreiben stellt einen bedeutsamen Entwicklungsschritt auf dem Weg zur Schrift dar. In dieser Phase ist „Schbinne“ lautlich richtig verschriftet. Rechtschriftliche Korrekturen durch die Lehrkraft sollten, wenn überhaupt, behutsam und am individuellen Lernstand orientiert erfolgen.
  • Die fertigen Leporellos bieten der Lehrkraft Einblick in den aktuellen Entwicklungsstand der Kinder (→ pädagogische Diagnostik), dienen als Gesprächsgrundlage für Kind-Eltern-Lehrkraft-Gespräche und zeigen auch dem Kind die eigene Entwicklung auf, wenn es z.B. am Ende des Schuljahres auf seine Schreibprodukte zurückblickt und mit dem aktuellen Kenntnisstand vergleicht („Jetzt weiß ich: Spinne schreibt man mit Sp“).

Verbindungen zu anderen Fächern (→ fachübergreifender Unterricht) sind möglich

  • Sachunterricht: Zusammen leben und lernen
  • Ethik: Ich im Wir
  • Kunst: Grafisches Gestalten
Impressionen aus „Das bin ich“-Leporellos.

Idee und Erprobung: Judith Köhler

Letzte Aktualisierung: 27. März 2021

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